Den Maßstab wechseln
Die Innere Klosterstraße eignet sich für einen kurzen Abstecher beim Besuch des Marktes. Ihr Reiz liegt weniger in einem einzigen großen Ziel als im Wechsel des Maßstabs. Nach der offenen Platzfläche rücken Fassaden, Schaufenster und Durchgänge näher zusammen. Wer nur von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten navigiert, läuft leicht hindurch, ohne diesen Unterschied wahrzunehmen.
Beginnen Sie an einer Seite der Straße und schauen Sie zunächst bis zum anderen Ende. Welche Gebäude bilden eine geschlossene Front, wo öffnet sich der Raum, und welche Verbindung führt zum nächsten Platz? Diese einfachen Fragen geben der kleinen Strecke einen eigenen Inhalt. Sie benötigen dafür weder eine gebuchte Führung noch eine Liste sämtlicher Hausnummern.
Markt, Passage und Kirche miteinander verbinden
Der Bereich um Rathauspassage und Jakobikirchplatz macht sichtbar, dass das Zentrum nicht nur aus breiten Achsen besteht. Nutzen Sie öffentliche Durchgänge, soweit sie geöffnet und entsprechend ausgewiesen sind. Verwechseln Sie eine Passage nicht mit einem privaten Hauseingang. Eine attraktiv wirkende Tür ist kein Hinweis auf freie Besichtigung.
Für Architekturbeobachtungen lohnt sich der Blick oberhalb der Ladenfronten. Erdgeschosse verändern sich durch die Nutzung oft stärker als die oberen Etagen. Vergleichen Sie Fensterabstände und die Gestaltung von Gebäudeecken. Ordnen Sie diese Merkmale jedoch nicht ohne Quelle einem Baujahr zu; ein älter wirkendes Detail kann auch Teil einer späteren Gestaltung sein.
Fotografisch ist hier häufig eine seitliche Ansicht hilfreicher als das frontale Bild. Sie zeigt die Tiefe der Straße und die Beziehung mehrerer Häuser. Halten Sie beim Stehenbleiben genügend Platz für andere Menschen frei. Gerade in einem kleinen Straßenraum fällt eine querstehende Gruppe stärker ins Gewicht als auf dem Markt.
Eine passende Ergänzung
Die Straße lässt sich gut mit der Außenansicht der Jakobikirche verbinden. Prüfen Sie mögliche Innenbesuche separat, statt einen offenen Zugang vorauszusetzen. Wer nur eine kurze Pause zwischen zwei Terminen hat, kann die Strecke auch als kleine Schleife zum Markt nutzen.
Für einen längeren Innenstadtbesuch sollte dieser Abschnitt eine Verbindung bleiben und nicht künstlich zum Halbtagesprogramm werden. Notieren Sie lieber ein interessantes Detail und gehen Sie anschließend weiter. Bei Regen kann ein Schaufensterbummel zwar angenehm sein, aber die Straße ist kein durchgehend geschützter Rundweg. Wählen Sie Kleidung und nächste Pause entsprechend der tatsächlichen Wetterlage.



